Neues aus dem Chathura-Kinderheim - März 2020

 

Liebe Freunde,


die Corona-Krise hat auch Sri Lanka erreicht. Seit Mitte März sind alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Da im April in Sri Lanka jährlich Schulferien sind, werden unsere Mädchen wohl noch bis Ende April daheim sein. Zudem hat die Regierung ihren 23 Millionen Einwohnern eine strenge Ausgangssperre auferlegt, die durch die Polizei unerbittlich überwacht wird … bei Nichtbefolgung kann es sogar zu Haftstrafen kommen. Der Kauf von Lebensmitteln und wirklich notwendige Besorgungen sind nur alle drei Tage vormittags erlaubt…. und dann ist die Hölle los: Staus und Chaos auf den Straßen… lange Warteschlangen vor den Supermärkten, da nur wenige Kunden gleichzeitig eingelassen werden… leere Lebensmittelregale, da auch hier gehamstert wird…. Gemüse und Reis sind fast nicht zu bekommen…. und die Preise sind sprunghaft gestiegen. Man kann nur hoffen, dass sich die Lage bald wieder normalisiert, damit es nicht zu Gewalttätigkeiten in der aufgeheizten Stimmung kommt.


Da ist Organisationstalent gefragt …. wo kann man noch Lebensmittel zu normalen Preisen in ausreichender Menge kaufen? Zum Glück kann unsere Heimleitung auf jahrelange Erfahrung zurückgreifen und das Chathura- Kinderheim ist dort gut bekannt, so dass wir im Moment noch keinen Engpass haben. Die Verkäufer verstehen, warum es für uns notwendig ist, größere Mengen zu kaufen. Wir haben einen kleinen Vorrat an lagerfähigen Lebensmitteln, der uns gerade jetzt hilft. Für die Beschaffung von frischem Gemüse und Fisch muss man stundenlanges Warten einplanen. Zudem müssen die Sachen nach dem Einkauf in Galle weiter ins Kinderheim transportiert werden, was auch ca. eine Stunde einfache Fahrzeit braucht. Nach 12 Uhr mittags sollen alle Transporte erledigt sein und die Straße sich leeren. Eine wirkliche Herausforderung in dieser kurzen Zeit alle Besorgungen zu erledigen…. und diese Hektik alle drei Tage während der Ausgangsperre, bei der niemand weiß, wann sie endet.
Durch die Ausgangssperre fürchten auch in Sri Lanka viele kleine Unternehmen um ihren Fortbestand. Anders als bei uns gibt es dort aber keinerlei soziale Absicherung oder staatliche Hilfen. Jeder muss selbst sehen wo er bleibt. Alle Hotels sind leer und die Mitarbeiter entlassen. Kein Verdienst für die vielen Taxi- und Tuk-Tuk Fahrer. Viele Familien sind dadurch ohne Einkommen… aber die Leasingraten laufen unerbittlich weiter. Die meisten Anschaffungen laufen über Ratenverträge mit sehr hoher Verzinsung.

In vielen armen Familien wird jetzt an allem gespart… auch am Essen.

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NACHTRAG vom 17.4.2020: Wie ich mittlerweile erfahren habe, wurde in den Sri Lanka Nachrichten gemeldet, dass es einen gesetzlichen Beschluss gibt, wonach alle Leasingraten für ca. 6 Monate ausgesetzt werden können. Selbst Strom- und Wasserrechnungen können später bezahlt werden, der Strom wird nicht abgeschaltet.

Die Lebensmittel sind nicht teurer geworden, die Regierung achtet hier sehr genau darauf bzw. kauft sogar große Mengen von Gemüse, um sie gerecht in alle Regionen zu verteilen. Lastwagen fahren in alle Dörfer, auch in die abgelegensten und verkaufen (sie dürfen während der Ausgangssperre verkaufen) an die Bevölkerung. Bäckereiautos dürfen ebenfalls herumfahren und verkaufen. Die Lebensmittel sind nicht knapp und werden es auf absehbare Zeit auch noch nicht sein.

 

Die Stimmung in der Bevölkerung ist ruhig. Die Leute begreifen, dass das Virus gefährlich ist und die Ausgangssperre zum Schutz ist. Die Regierung macht soweit alles richtig, die Bevölkerung merkt das auch.

 

Die Schulen bleiben voraussichtlich bis 10. Mai geschlossen. Auch die Ausgangssperre wird vermutlich verlängert.

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Über fehlende Krankenversicherung oder die Ausstattung der Kliniken will man gar nicht nachdenken. Zum Glück hat der Corona-Virus bis jetzt Sri Lanka weitestgehend verschont… Ende März wurden dort 159 (19.5.- 992) Corona-Erkrankungen registriert (19.5. - 551 Genesene) und 4 Personen (19.5. - 9) sind daran verstorben. Da Sri Lanka eine Insel ist und der Flughafen für ankommende Flüge geschlossen wurde, kann man durch die Isolierung hoffentlich das Schlimmste verhindern.
Als ob das Alles nicht schon genug wäre, haben wir im Kinderheim noch ein weiteres Problem: Der Wasserstand in unseren beiden Hausbrunnen ist durch die anhaltende Trockenzeit der vergangen Wochen dramatisch abgesunken. Die Monsunzeiten haben sich verschoben und sind nicht mehr berechenbar. Einmal gibt es starke Überschwemmungen, dann wieder lange Trockenzeiten ohne Niederschlag..… der Klimawandel hat auch Sri Lanka erreicht.
Wie Sie ja wissen, liegt das Chathura-Kinderheim in einer ländlichen Gegend. Ein örtliches Wasserleitungssystem gibt es dort nicht. Jeder Haushalt versorgt sich über einen eigenen Hausbrunnen mit Frischwasser. Wenn es Hochwasser gibt, dann steigt auch der Grundwasserspiegel und drückt das Abwasser in den Toilettengruben hoch, so dass man die Toilette nicht mehr benutzen kann. Ist der Grundwasserspiegel niedrig, weil es über Wochen nicht mehr regnete, dann muss Wasser im Haushalt reduziert werden. Ich hoffe sehr, dass sich diese Situation auch bald bessert. Wenn nicht müssen wir mit Tankwagen Wasser beischaffen lassen. Vielen Familien im Dorf geht es ähnlich. Auch sie spüren die Wasserknappheit, aber nicht jede Familie hat genug Geld um eine Tankladung Wasser zu kaufen.
Da wohl auch in Sri Lanka die Ausgangssperre verlängert wird, ist jetzt schon klar, dass es in diesem Jahr ein trauriges Neujahrsfest werden wird. Mitte April wird hier das sri-lankische Neujahrsfest gefeiert. Traditionell gibt es dazu neue Kleider, fröhliche Spiele und die ganze Familie trifft sich bei leckerem Essen. All dies wird es in diesem Jahr nicht geben. Vielen Familien fehlt dazu jetzt das Geld.

 
Von all den Sorgen, die das Leben in Sri Lanka jetzt belasten, spüren unsere Mädchen im Chathura-Kinderheim zum Glück wenig. Sie freuen sich, dass sie verlängerte Schulferien haben und spielen ausgelassen auf unserem großen Spielplatz. Gott sei Dank ist auch bis jetzt niemand in unserer Heimfamilie krank.

 

Seit Januar 2020 besucht unser Nesthäkchen Sayuri den nahen Kindergarten. Vorher durfte sie schon mal einen Schnuppertag machen.

 

-- Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern! --

Sayuri im Chathura-Kinderheim, mit ihrer großen Kindergartentascheunsere kleine Sayuri besucht den Kindergartenein Schnuppertag im Kindergarten Sayuri schaut noch etwas skeptischein Schnuppertag im Kindergarten Sayuri schaut noch etwas skeptischein Schnuppertag im Kindergarten Sayuri schaut noch etwas skeptischSayuri in ihrer Kindergartenuniform und einem Blumenkörbchen für den Kindergarten-Tempelder erste Tag im Kindergartender erste Tag im Kindergartender erste Tag im Kindergarten

 

In den vergangenen Monaten haben wir wieder neue Kinder bei uns aufgenommen. Im Moment betreuen wir 23 Mädchen aller Schulstufen - unser Limit von 20 Kindern ist damit überschritten. Wir mussten bereits neue Hochbetten anfertigen lassen. Da Holzbetten innerhalb kurzer Zeit von Termiten zerfressen werden, verwenden wir Metallbetten. Der Schlosser baut im Hof die zuvor vorgefertigten Teile zusammen.

Für das Abwasser in unserem Hofraum mussten wir eine zusätzliche Sickergrube in den Boden einlassen, damit kein Schmutzwasser in die umliegenden Reisfelder laufen kann.

neue Hochbetten für das Chathura-Kinderheim neue Hochbetten für das Chathura-Kinderheimneue Hochbetten für das Chathura-Kinderheimdie Betonringe für die neue Sickergrube fürs Chathura-Kinderheimdie Betonringe für die neue Sickergrube fürs Chathura-Kinderheimdie Betonringe für die neue Sickergrube fürs Chathura-Kinderheimdie neue Sickergrube fürs Chathura-Kinderheim wurde in den Boden eingelassendie neue Sickergrube fürs Chathura-Kinderheim wurde in den Boden eingelassen

 

Nach nunmehr 15 Jahren hat einer unserer Kühlschränke den Geist aufgegeben. Für 155.000 Rupien (ca.800 Euro) haben wir den größten gekauft, den es dort gibt. Kühle Lagerung ist für viele Lebensmittel in dem heißen Klima unerlässlich. ein neuer Kühlschrank für das Chathura-Kinderheim ein neuer Kühlschrank für das Chathura-Kinderheimgartenarbeit beim Chathura-Kinderheimgartenarbeit beim Chathura-Kinderheimgartenarbeit beim Chathura-Kinderheim

Das Unkraut auf unserem großen Freigelände mit Spielplatz und Waschräumen wuchert ins Uferlose. Besonders stark wachsen die Wildpflanzen auf dem sumpfigen Teil des brachliegenden Reisfeldes.

Seit fünfzehn Jahren versuchen wir bei den Behörden eine Genehmigung zur Trockenlegung zu bekommen, damit wir dort einen Nutzgarten anlegen können.... leider noch immer ohne Erfolg. Gerade jetzt in der Corona-Krise wäre eine Selbstversorgung mit frischen Gemüse sinnvoll und wir würden damit auch Geld sparen. Die Rodungsarbeiten der schnell wachsenden Wildpflanzen ist für unsere Betreuerinnen schwierig. Deshalb haben wir diese Arbeiten an einen Gärtner aus dem Dorf übertragen. Alle diese Arbeiten wurden Anfang des Jahres ausgeführt. In diesen Tagen wäre dies wegen der Ausgangssperre nicht möglich.

 

Während der schulfreien Zeit müssen unsere Mädchen den Unterrichtsstoff ihrer Schulklassen daheim üben, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Hausaufgaben im Chathura-KinderheimHausaufgaben im Chathura-KinderheimHausaufgaben im Chathura-KinderheimHausaufgaben im Chathura-KinderheimHausaufgaben im Chathura-Kinderheim

 

Es bleibt aber noch genügend Zeit zum Spielen und Entspannen.

Zeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-Kinderheim Zeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-Kinderheim Zeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-Kinderheim Zeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-Kinderheim Zeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-KinderheimZeit zum Spielen und Entspannen im Chathura-Kinderheim

Für unsere drei neuen Mädchen suchen wir noch Paten. für Chemila -14- im Chathura-Kinderheim suchen wir noch Partenfür Lakmali-15- im Chathura-Kinderheim suchen wir noch Partenfür Madhu -11- im Chathura-Kinderheim suchen wir noch PartenFalls Sie oder jemand aus Ihrem Bekanntenkreis an einer Patenschaft interessiert ist, dann melden Sie sich bitte per Email bei uns. 

Weitere Patenschaftsinformationen und einen Patenschaftsantrag

finden Sie unter den folgenden Links:

Kinderpatenschaften  Patenschaftsantrag Richtlinen für eine Patenschaft

 

 

Um weiterhin die Ansteckungsgefahr gering zu halten, sind derzeit auch keine Besuche in Kinderheimen erlaubt.

 

------------------------------------------------------------Im Dezember 2019 kamen Juliane und Stephanie zu Besuch ins Chathura-KinderheimIm Dezember 2019 kamen Juliane und Stephanie zu Besuch ins Chathura-KinderheimIm Dezember 2019 kamen Juliane und Stephanie zu Besuch ins Chathura-Kinderheim

Bereits im Dezember haben Juliane Züchner 

und Stephanie Schneeberger

aus Deutschland unsere Mädchen besucht.

 

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ImJanuar 2020 besuchten Im Januar 2020 besuchten Annette und ihr Partner aus  Winterthur in der Schweiz ihr Patenkind Savindi im Chathura-Kinderheim Im Januar 2020 besuchten Annette und ihr Partner aus  Winterthur in der Schweiz ihr Patenkind Savindi im Chathura-Kinderheim Im Januar 2020 besuchten Annette und ihr Partner aus  Winterthur in der Schweiz ihr Patenkind Savindi im Chathura-Kinderheim

Annette Pfizenmayer aus

Winterthur in der

Schweiz und ihr Partner

ihr Patenkind Savindi bei uns.

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Im Februar 2020 kam Ingrid Tolazzi aus Österreich zusammen mit Freundinnen ins Chathura-Kinderheim.

Später hat sie ihre Eindrücke von ihrem Besuch so beschrieben:

 

Was mir aufgefallen ist... das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wie eine große Familie....  2 oder 3 Kids haben alle anderen mit meinen Geschenken versorgt! Kein Neid... Ich konnte gar nicht so schnell austeilen wie die rannten.. ein Mädchen nahm ganz fürsorglich meine Hand bei den Stufen zum Essraum... Die bunten Kleidchen - eine Augenweide -, ich wurde sofort aufgenommen und später mit Umarmungen und Küsschen überhäuft. Das Heim selbst ist in einem sehr, sehr schönen Zustand. SIE geben den Kindern ein richtiges, schönes zu Hause und nicht zu vergessen die Führung! Die Frau ist TOP -- VIELEN DANK, dass Sie sich dieser Kids so annehmen! Ich möchte mich auch bei meinen Spendern nochmals bedanken, denn ohne sie wäre es nicht möglich gewesen so viel zu kaufen. Hab gehört, dass die Kids das erste Mal Nutella gegessen haben... Ich konnte nicht nur Süßigkeiten sondern auch Schulsachen, Hygieneartikel, Spielsachen, Flip-Flops und wichtige Lebensmittel für die Küche kaufen.. ..
Hoffe den Kids hat es genauso gut gefallen wie mir, leider verging die Zeit zu schnell... 

GlG Ingrid


im Februar 2020 kamen Ingrid und eine Freundin aus Österreich zu Besuch ins Chathura-Kinderheimim Februar 2020 kamen Ingrid und eine Freundin aus Österreich zu Besuch ins Chathura-Kinderheimim Februar 2020 kamen Ingrid und eine Freundin aus Österreich zu Besuch ins Chathura-KinderheimFotocollage von Ingrids Besuch im Chathura-KinderheimFotocollage von Ingrids Besuch im Chathura-Kinderheim

 

Wir bedanken uns bei allen Besuchern herzlich für die vielen Geschenke, über die sich unsere Mädchen sehr gefreut haben. Zum Glück waren alle Besuche noch vor der Corona-Krise.


Wann es für uns wieder möglich sein wird, unsere Mädchen im Chathura-Kinderheim zu besuchen, müssen wir abwarten. 

                                                                                                    
Bis dahin wünschen wir unseren 23 Kindern und unserem Team, dass sie gesund bleiben und freuen uns über Fotos, die wir über‘s Internet bekommen.   

 

Frohe Ostern - Bleiben Sie alle gesund

 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien  
Frohe Ostern – bleiben Sie gesund!!


Herzliche Grüße


Ihre

 

Anneliese Woll


Kinderhilfsprojekt Galle – Sri Lanka e.V.

 


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